Immger gut zu Fuss

Immer gut zu Fuß

Wer kennt das nicht? Nach einem langen Arbeitstag oder einem ausgiebigen Stadtbummel wünscht man sich nichts sehnlicher als die Füße hochzulegen. Vielleicht noch ein entspannendes Fußbad – und schon am nächsten Tag sind die Beschwerden meist vergessen. Für rund 30 Prozent der Erwachsenen ist es jedoch mit ein wenig Erholung nicht getan. Sie leiden häufig oder ständig unter Fußproblemen. Schmerzen, Schwielen oder übermäßige Hornhautbildung machen jeden Schritt, aber auch das Stehen zur Qual. In vielen dieser Fälle kann eine orthopädische Schuheinlage helfen, um endlich wieder „gut zu Fuß“ zu sein.

„Wer häufig wiederkehrende oder chronische Beschwerden an den Füßen feststellt, sollte baldmöglichst seinen Arzt aufsuchen“, empfiehlt Orthopädie- techniker-Meister Tilman Krux. Nur der ausgebildete Mediziner kann die Symptome einem entsprechenden Krankheitsbild zuordnen. Denn Probleme mit den Füßen können vielerlei Ursachen haben. Wer würde ein ständiges Kribbeln im Fuß zum Beispiel mit einem Bandscheibenvorfall in Verbindung bringen? Oft sind aber mehr oder minder ausgeprägte Fehlstellungen oder eine übermäßige Beanspruchung Auslöser für Beschwerden, die sich übrigens nicht nur auf den Bereich des Fußes konzentrieren, sondern sich auch in chronischen Rückenschmerzen sowie Problemen am Knie, an der Halswirbel-säule, ja sogar im Kiefergelenk äußern können. Eine passgenaue orthopädische Schuheinlage kann Abhilfe schaffen. Einlagen dienen der Korrektur von Fehlstellungen, der Stützung oder Bettung sowie der Entlastung.

Die häufigsten Indikationen für das Tra-gen von Einlagen sind:

• Knickfuß
• Senkfuß
• Spreizfuß
• Hohlfuß
• Arthrose
• Fersensporn
• Klumpfuß

Kein Fuß ist wie der andere, das gilt im Falle von Fehlstellungen erst recht. Einlagen müssen daher immer individuell für den Be-troffenen angefertigt und sorgfältig angepasst werden, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. „Gute Einlagen sind kein Luxus, sondern unabdingbare Voraussetzung für eine Besserung der bestehenden Beschwerden und damit auch für mehr Lebensqualität“, betont Tilman Krux.

Je nach Fußform und Art der Fehlstellung unterscheidet man im Wesentlichen drei Einlagentypen:

Kopieeinlagen

Sie stützen und entlasten den Fuß oder Teile des Fußes, indem sie die normale Fußform auch bei Belastung erhalten, Überbeanspruchungen ausgleichen und das richtige Abrollen fördern. Kopie-einlagen werden zum Beispiel bei Senk- oder Spreizfuß verordnet.

Korrektureinlagen

Ziel ist eine Herstellung des ursprünglichen oder des erwünschten Zustands. Korrektureinlagen dienen hauptsächlich der Wachstumslenkung und kommen unter anderem bei Knick-, Platt- oder Hohlfüßen zum Einsatz.

Bettungseinlagen

Mithilfe von Bettungseinlagen sollen eine Lastverteilung erreicht und weitere Verformungen verhindert werden, wenn der Fuß nicht mehr korrekturfähig ist.

High-Tech im Schuh

Eine Sonderstellung unter den Ein-lagen nehmen die sogenannten sensomotorischen oder propriozeptiven Fußbettungen ein. Bei diesem innovativen Einlagenkon-zept wird die Wirkungsweise der klassischen Einlage um sensorische Impulse erweitert. Exakt platzierte Reizpunkte und unterschiedliche Ebenen stimulieren gezielt sensible Nervensensoren und beeinflussen damit Muskeltonus und Muskelreaktionszeiten. Hiermit können die Balance der Muskulatur wiederher-gestellt und die Körperstatik in positi-vem Sinne beeinflusst werden. Diese High-Tech-Produkte eignen sich nicht nur zur Behandlung von Fehlstellungen. Sie werden auch eingesetzt zur Verbesserung von Gleichgewicht, Feinmotorik, Wahr-nehmung und Koordination.

Auf Schuhform und Absatzhöhe achten!

Die Einlage bildet zusammen mit dem Schuh eine funktionelle Einheit. Damit sie ihre Wirkung voll entfalten kann, muss beim Schuhkauf darauf geachtet wer-den, dass alle Schuhe in etwa die gleiche Form und dieselbe Absatzhöhe haben. Über die geeignete Höhe des Absatzes informiert der Orthopädietechniker. Bestimmte Schuhformen, wie zum Beispiel Slipper, sind für Einlagenträ-ger von vornherein ungeeignet, da die Einstiegsöffnung in der Regel zu klein ist und der Schuh nicht ausreichend Platz für Fuß und Einlage bietet.

„Lüften genügt in der Regel“

Die Pflege der Einlage ist relativ ein-fach: „Lüften genügt in der Regel“, sagt Tilman Krux. Bei Verschmutzungen empfiehlt er die Reinigung mit einem feuchten Tuch. Zur Geruchsverbesserung kann ein Hygienespray verwendet werden.